Den Datenschutz als Wettbewerbsfaktor nutzen?

Dass die smarte Gebäudetechnik in Bewegung ist, davon kann man sich in der vorliegenden Ausgabe wieder ein gutes Bild machen. Alle Gewerke in der Heim- oder Gewerbeimmobilie sind von der Digitalisierung erfasst und müssen mehr denn je lernen zusammenzuarbeiten. Und aus dieser Sicht der digitalen Zusammenarbeit befassen wir uns auch in jeder Ausgabe der GEBÄUDEDIGITAL mit allen Gewerken im Gebäudehandwerk. Doch dort, wo Systeme offen sind, muss man sich auch mit dem Datenschutz auseinandersetzen.
Der Wettbewerb um die smarte Gebäudetechnik ist in vollem Gange. Und längst sind es nicht mehr nur klassische Anbieter der TGA, die hier ein Angebot bereithalten. Anbieter wie Apple, Google oder Amazon halten Einzug ins Smart Home.

Solange das Angebot von Internetkonzernen Geräte und Dienstleistungen betrifft, die nicht direkt die Gebäudetechnik betreffen, mag das unkritisch gesehen werden. Wenn Alexa beispielsweise das Licht ausschalten soll, dann wissen wir doch: Es ist nicht wirklich Alexa, die da schaltet, sondern es ist ein physisch im Gebäude vorhandener Schalter, der (intelligent) mit dem Internet der Dinge verbunden ist.

Was eher zur Besorgnis Anlass gibt ist, dass mit dem Vorrücken der Internetriesen in das Smart Building immer noch mehr Daten zu deren Nutzen gesammelt und vermarktet werden. Mir jedenfalls gibt diese Datenfülle und Transparenz jedes einzelnen in der Hand von Privatkonzernen ein unbehagliches Gefühl. Und obwohl immer wieder darüber berichtet wird, ist einem das im Alltag nicht bewusst und wir tragen sicherlich selbst viel zu dieser Transparenz bei, beispielsweise wenn wir beim Bezahlvorgang auch noch unserer Rabattkarte einscannen lassen.

Will man sich diese Art der Nutzerüberwachung wirklich in sein Zuhause einbauen? Dort, wo wir von Privatsphäre, Rückzugsräumen und Ruhe reden? Dort, wo die intimsten Gespräche und Situationen stattfinden?

Viel stärker als bisher können Marktteilnehmer aber auch das Gebäudehandwerk als Vermittler auf das Thema Datenschutz aufmerksam machen. Man mag die DSGVO, also die im vergangenen Jahr in Kraft getretene Datenschutz Grundverordnung, durchaus und berechtigterweise kritisieren. Aber das Thema Datenschutz geht in die richtige Richtung und kann durchaus als Wettbewerbsvorteil auch von Geräte- und Serviceanbietern genutzt werden.

editorial Kai Binder Kopie
Bild: TeDo Verlag GmbH

Es wird Zeit, dem Thema auch im Gespräch mit Kunden mehr Raum zu geben. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Spaß mit unserer aktuellen Ausgabe sowie den tagesaktuellen Onlineinhalten der GEBÄUDEDIGITAL – Ihr Kai Binder.



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